Fast 40 Jahre GALF – unsere Geschichte

Foto: Die Grünen Vorreiter, Peter Kluin (links) und Georg Gottas

 

 

 

Die GALF ist hervorgegangen aus der Startbahn-West-Bewegung.

Wir sind grün, aber keine örtliche Organisation von Bündnis90/Die Grünen.
Wir sind also keine Partei, sondern eine Wählergemeinschaft.
Der grünen Partei sind wir freundschaftlich verbunden und arbeiten auf Kreis- und Landesebene auf vielen Gebieten zusammen, doch wir unterscheiden uns auch und gehen unseren eigenen, Flörsheimer Weg, zum Beispiel beim Thema Frankfurter Flughafen.

 

Bei uns kann jede/r mitmachen, der Interesse an grüner Kommunalpolitik hat und sich
für die Belange in Flörsheim und seiner Stadtteile engagieren möchte.
Die GALF setzt sich für die Interessen der Menschen in Flörsheim ein, um eine lebenswerte, umweltfreundliche und soziale Stadt zu erhalten oder zu schaffen.

 


Hier ein Artikelauszug aus  dem Höchster Kreisblatt, der anlässlich des 30jährigen
GALF-Jubiläums erschien:

 

Georg Gottas und Peter Kluin amüsieren sich: Wenn die beiden Urgesteine der GALF an die fast 40-jährige Geschichte der Flörsheimer Grünen zurückdenken, müssen sie häufig schmunzeln. Einige der Erinnerungen an die Anfangszeiten der Wählergemeinschaft wirken aus heutiger Sicht kurios: "Wir wurden  als linksradikal und rechtsradikal beschimpft", erzählt Stadtrat Georg Gottas. Im Lebensmittelgeschäft seiner Oma seien die Umsätze zurückgegangen, nachdem er für die Galf kandidierte. Auch die Familie von Peter Kluin litt anfangs unter den Vorurteilen. "Musst du uns das antun?", habe seine Mutter geklagt, erinnert sich der Stadtverordnete.

 

Die GALF wurde in einem aufgeheizten Umfeld aus Misstrauen und Wut geboren. Viele Flörsheimer kämpften Anfang der achtziger Jahre gegen den Bau der Startbahn West. Einigen Mitglieder der damaligen Bürgerinitiative reichte das Demonstrieren nicht mehr aus: "Wir haben gemerkt, dass die Politiker nicht auf unserer Wellenlänge waren", erklärt Georg Gottas. Die CDU habe den Ausbau des Flughafens befürwortet, die SPD sei in Flörsheim dagegen, in Wiesbaden aber dafür gewesen. "Wir konnten niemandem trauen", erklärt Gottas. 15 Startbahngegner fassten 1980 den Beschluss, das politische Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Da sich die Grünen noch in der Gründung befanden, stellten die Flörsheimer 1981 eine eigene Wählergemeinschaft auf: Die Grüne Alternative Liste Flörsheim – kurz GALF genannt.

 

Die GALF errang mit ihrem ersten Wahlkampf 12,3 Prozent der Wählerstimmen und schaffte den Einzug ins Parlament. So friedlich und gesittet wie sich die Stadtverordneten heute begegnen, lief der erste Kontakt allerdings nicht ab. Die neuen Abgeordneten setzten auf Provokation: In ihrer ersten Sitzung verteilten GALF-Vertreter kleine Fichten in Blumentöpfen an die Stadtverordneten – eine symbolische Kritik am Verkauf von Flörsheimer Waldflächen an die Fraport. Die neuen Stadtverordneten gaben nicht viel auf politische Gepflogenheiten. Gottas erinnert sich an einen Anstecker, der ihm eine Anzeige einbrachte. Um die Polizeigewalt bei Startbahn-Demos anzuprangern, hatte sich Georg Gottas ein Motiv des Hessenlöwen mit Schlagstock ans Hemd geheftet. Die junge Fraktion blieb während ihrer ersten Legislaturperiode isoliert. "Die haben alle unsere Anträge abgelehnt", erzählt Peter Kluin. Es habe sogar Versuche gegeben, den Magistrat zu verkleinern, um die GALF auszuschließen. "Dass wir von allen Seiten geprügelt wurden, hat uns zusammengeschweißt", erzählt Georg Gottas.

 

Die Erwartungen der politischen Konkurrenz, die die GALF als "Eintagsfliege" bezeichnete, trafen nicht ein. "Wir haben relativ schnell Fuß gefasst", findet Peter Kluin. Den Erfolg führt er unter anderem auf das Wissen von Mitgliedern wie Heiner Oswald zurück. Kluin bezeichnet den Mitgründer, der heute nicht mehr in Flörsheim lebt, als Verwaltungsfachmann. Wichtig sei auch gewesen, dass die GALF neben dem Flughafen auf viele andere Flörsheimer Themen gesetzt habe. Die neue Partei prangerte den schlechten Zustand der Schwefelquelle in Bad Weilbach an und kämpfte bereits damals gegen eine Umgehungsstraße. Die Wahlkampfzeitung "Standpunkt" zeigte im März 1981 eine Fotomontage der vierspurig geplanten Umgehung in der Flörsheimer Gemarkung. Man habe allerdings auch handwerkliche Fehler gemacht, gesteht Peter Kluin. Als die GALF Mitte der neunziger Jahre das erste schwarz-grüne Bündnis in Hessen einging, habe man von der CDU politische Zugeständnisse gefordert, anstatt die Stelle des Ersten Stadtrates zu besetzen. "Wir hätten einen Fuß im Rathaus haben können", sagt Peter Kluin heute. Das Bündnis zwischen GALF und CDU scheiterte nach einem Jahr. "Es war eine Zerreißprobe", beschreibt Kluin die überraschende Koalition, die auch bei einigen Mitstreitern auf Ablehnung stieß. Trotzdem konnte die GALF ihr Wahlergebnis nach dem Ende der Zusammenarbeit verbessern und 1997 die 20-Prozent-Marke knacken.



 

 

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