23.04.2014

GALF für niedrigere Grenzwerte

Keine Entwarnung nach Luftschadstoffmessungen

 

Die GALF sieht die Ergebnisse der Luftschadstoffmessungen im Christian-Georg-Schütz-Park mit gemischten Gefühlen. Während Professor Jacobi vom Hessischen Landesamt für Umwelt und Geologie nicht von einer signifikanten Überschreitung von Grenzwerten spricht, weist Professor Dudziak auf die nach seiner Auffassung viel zu hohen Grenzwerte und die gesundheitlichen Folgen hin. Für die GALF bedeute dies in der Gesamtbewertung zwar keine Panikmache, aber auch keine Entwarnung für die Menschen in Flörsheim.

 

„Dass Stickstoffdioxid und Staubpartikel als Verursacher von Herzinfarkten und Hirnschlägen identifiziert sind, ist eine Tatsache“, weist die GALF-Fraktionsvorsitzende Renate Mohr auf den Vortrag von Professor Rafael Dudziak beim „Verein für Flörsheim“ Anfang des Monats hin. „Und das Luftschadstoffe besonders bei Überflügen zu beobachten sind, stellen viele Bürgerinnen und Bürger in ihren Gärten, auf ihren Terrassen und Balkonen und den dort abgestellten Möbeln fest – Verschmutzungen nehmen bei Ostwetterlage und Landungen auf der Nordwestlandebahn definitiv zu“, berichtet Mohr von zahlreichen Hinweisen aus Gesprächen mit Betroffenen.

 

Die vom Bundesimmissionsgesetz vorgegebenen Grenzwerte von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter bewertete nicht nur Professor Dudziak als zu hoch. In Flörsheim würde dieser Grenzwert im Durchschnitt zwar nicht überschritten und könnte als ungefährlich bezeichnet werden, doch richte man das Augenmerk auf Einzelereignisse. So träten Spitzenwerte von 120 Mikrogramm auf. Renate Mohr weist auf die unsägliche Diskussion zum Dauerschallpegel und die als viel stärkere Belastung empfundenen Einzelschallereignisse hin – die Diskussion um Grenzwerte bei Luftschadstoffen erinnere sie stark hieran und mache die Problematik deutlich.

 

Ähnlich sehe es bei der Konzentration von Staubpartikeln aus, die in jedem Monat Extremwerte erreichten. Je kleiner die Staubpartikel seien – man unterscheide zum Beispiel PM 10 und PM 2,5 – desto gefährlicher seien sie für Bronchien und Lunge. Deshalb habe die Weltgesundheitsorganisation eine Senkung der Grenzwerte gefordert. Problematisch sei zudem, dass zwar Gewichtsunterschiede, nicht aber Inhaltsstoffe der Staubpartikel berücksichtigt werden. Für die GALF sei klar, dass man die fortgeschrittenen medizinischen Erkenntnisse ernst nehmen und die Grenzwerte senken müsse.

 

„Die Gesundheit der Menschen in vom Verkehr stark belasteten Gebieten wie Flörsheim, wo zu den bisherigen Belastungen aus Bundes- und Landesstraßen, aus Autobahnen und dem bisherigen Flughafenbetrieb noch die Nordwestlandebahn hinzu gekommen ist, sollte an erster Stelle stehen und nicht der Profit der Luftfahrtindustrie“, schließt die Pressemittelung der GALF.

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Renate Mohr
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