NORAH-Studie fordert zum Handeln auf

28.11.15: Zu früh gefreut hat sich die FRAPORT, die unmittelbar nach Veröffentlichung der Ergebnisse der NORAH-Studie (NoiseRelated Annoyance, Cognition and Health) zu „Gesundheitsrisiken von Verkehrslärm“ verkündet hatte, dass die Studie beweise, dass Fluglärm keine relevante Auswirkung auf die Gesundheit der betroffenen Bevölkerung habe. Dem widersprechen nicht nur renommierte Medizinprofessoren, die sich seit Jahren mit den Auswirkungen von Lärm beschäftigen. Nein, auch die Autoren der Studie wundern sich über FRAPORT. Professor Gurski, gesamtverantwortlich für die NORAH-Studie, erklärte am 20.11.2015 in der öffentlichen Informationsveranstaltung in Flörsheim, dass dringender Handlungsbedarf bestehe. Die Studie zeige besorgniserregende Ergebnisse und belege, dass der Lärm von Flugzeugen, aber auch der Lärm von Autos, LWKs und Zügen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen massiv erhöhen würde.

 

Auch bei depressiven Erkrankungen komme es zu vermehrten Krankheitsfällen. Schon die NORAH-Kinder-Studie habe aufgezeigt, dass Lärm die kognitive Entwicklung von Grundschulkindern verzögere. Mitautor Dipl. Psych. Schreckenberg ergänzte, dass insbesondere Fluglärm massiven Stress erzeuge, da sich der Mensch der Belästigung hilflos ausgesetzt fühle. Die NORAH-Verantwortlichen, aber auch viele andere Mediziner, sehen nun eine Basis für die Handlungsoptionen. „Fluglärm ist ein neuer Herzkreislaufrisikofaktor, den weder wir als Ärzte noch die Patienten beeinflussen können, sondern nur die Politik“, sagte beispielsweise der Mainzer Professor Thomas Münzel. Prof. Gurski verlangt ferner, dass die unterschiedlichen Lärmquellen gemeinsam betrachtet werden müssen, und nicht isoliert. Prof. Lercher aus Wien fordert zudem, dass im Anschluss an NORAH auch die Kosten gerechnet werden müssen, die durch Mehrerkrankungen und die zusätzlichen Todesfälle für die Gesellschaft entstehen. Hierbei geht es um Millionen, die letztendlich dem Steuerzahler zur Last fallen.

 

Mit der NORAH-Studie werden die schlimmsten Befürchtungen der GALF bestätigt. Die NORAH-Studie zeigt, dass mit Duldung des Gesetzgebers die im Zuge der wirtschaftlichen Expansion eines Großflughafens entstehenden gesundheitlichen Risiken für die Bevölkerung in Kauf genommen werden. Die GALF sieht die Ergebnisse der Studie auch als Auftrag, im Kampf gegen die Nordwest-Landebahn sowie alltäglichen Lärm nicht nachzulassen. „Wir müssen, neben dem in der Kernstadt Flörsheims dominierenden Fluglärm, auch die anderen massiven Lärmquellen d.h. den Verkehrslärm und den Bahnlärm, die ständigen Einfluss auf unseren Alltag haben, gleichwertig zurückdrängen“, sagt der verkehrspolitische Sprecher der GALF, Richard Kilian. „Die GALF wird weiterhin alle Maßnahmen zur Reduzierung von Lärm unterstützen und die Vermeidung von Lärm zum Ziel einer ökologisch sinnvolle Stadtentwicklungs- und Verkehrsplanung machen.“

GALF sieht Zweifel an Fraport-Gutachten zum Terminal 3 bestätigt

Prognosen zu optimistisch - Preisgünstigere Alternative vorhanden

 

04.03.2015: Die Vorstellung des Gutachtens des hessischen Wirtschafts- und Verkehrsministers Tarek Al-Wazir zur Überprüfung der Notwendigkeit des Terminal 3 bestätigt die Zweifel der Flörsheimer GALF an dessen Notwendigkeit. Die Prognosen der Fraport seien deutlich zu optimistisch, zudem gäbe es eine preisgünstigere Alternative zu einem überdimensionierten dritten Terminal.

 

Zwar entsprächen die Gutachten den anerkannten Regeln, sie offenbarten jedoch deutliche Schwächen, legt auch die GALF-Fraktionsvorsitzende Renate Mohr den Finger in die Wunde. Die Prognosen der Fraport und die zugrunde gelegten Annahmen seien deutlich zu optimistisch – bereits die früheren Prognosen zu Flugbewegungen und Passagierzahlen seien nie auch nur annähernd so eingetroffen, wie ursprünglich prognostiziert.

 

„Die Fraport hat offenkundig nicht mit unterschiedlichen Szenarien gearbeitet, hat keinerlei Modellrechnungen zu steigenden Preisen oder einer schlechteren wirtschaftlichen Entwicklung angestellt“, so Mohr. „Zudem fehlt der Nachweis, dass die verwendeten Modelle zumindest für die Vergangenheit nachprüfbar richtige Ergebnisse geliefert hätten“, weist Mohr auf eine weitere Schwachstelle der Fraport-Gutachten hin.

 

Der grüne Verkehrsminister Al-Wazir habe mit dem von ihm beauftragten Gutachten aufgezeigt, dass mit dem Ausbau der Flugsteige A-Plus und C deutlich preisgünstigere Varianten möglich seien. Diese böten zwar nicht die von Fraport angeblich benötigte volle Kapazität, doch werde diese von vielen ernstzunehmenden Kritikern sowieso angezweifelt. Diese Ausbauvarianten seien mit 860 Millionen Euro deutlich günstiger und bedeuteten ein geringeres ökonomisches Risiko als das 2,7 Milliarden Euro teure Terminal 3. „Den Nachbarn Fraport und Lufthansa bietet sich damit eine ökonomisch sinnvolle Alternative, mit der sie die immer postulierte gute Nachbarschaft in die Tat umsetzen können“, so Mohr.

 

Ohne Grüne in der Landesregierung wäre das Thema Belastungen durch den Flughafen nicht mehr ernsthaft auf der Agenda“, ergänzt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Peter Kluin. "Was hätten denn eine schwarz-rote Koalition, in der sowohl die CDU als auch die SPD den Flughafenausbau unterstützen, ohne Grüne gemacht? Gar nichts!“, ist Kluin überzeugt.

 

Mit Bündnis 90/Die Grünen in der Landesregierung dagegen gäbe es Bewegung beim Flughafenthema. Lärmpausen, höhere Entgelte für laute Flugzeuge, veränderte Anflugwinkel, die Einrichtung einer Stabsstelle beim Verkehrsminister, die Ausweitung des Dachklammerungsprogramms auf ganz Flörsheim und die jetzige


Überprüfung der Fraport-Gutachten seien kleine, aber wichtige Schritte in die richtige Richtung. Es würden Türen geöffnet, Gespräche geführt und Lösungswege aufgezeigt, um die Belastungen für die Menschen in der Region im Rahmen des Möglichen zu minimieren.

 

Wir als GALF in Flörsheim sind froh, in engem, offenen und konstruktiven Dialog mit Tarek Al-Wazir, der grünen Landtagsfraktion und der grünen Regierungspräsidentin zu stehen – unsere Stimme wird dort gehört und ernst genommen, wenngleich aufgrund der rechtlichen Rahmenbedingungen nicht alle unsere Forderungen nach sofortiger Entlastung in Erfüllung gehen können“, schließt Mohr die Pressemitteilung der GALF.

GALF weist auf entscheidendes Jahr beim Fluglärm hin

Südumfliegung und Flörsheimer Klage gegen Planfeststellungsbeschluss stehen zur Entscheidung an 

 

13.03.2014: Die GALF sieht 2014 als ein entscheidendes Jahr beim Thema Flughafenausbau und Verlärmung der Region an. Neben der Entscheidung zur künftigen Südumfliegung steht in diesem Jahr auch die Klage der Stadt Flörsheim am Main gegen den Planfeststellungsbeschluss zum Bau der Nordwestlandebahn zur Entscheidung an.

 

„Nach einer längeren Ruhephase ist beim aktuell schönen Wetter wieder unerträglicher Fluglärm durch den Betrieb der Nordwestlandebahn festzustellen“, weist die GALF-Fraktionsvorsitzende Renate Mohr auf die für die Menschen in Flörsheim belastende Situation hin. Nicht nur der Lärm, sondern auch die Schadstoffemissionen trügen zu einer inzwischen von vielen Ärzten bestätigten Gesundheitsgefährdung bei.

 

„Dieses Jahr wird ein ganz entscheidendes Jahr für Flörsheim“, so Renate Mohr. Es bestehe nach wie vor die Hoffnung, dass die Stadt im Rahmen einer mündlichen Verhandlung beim Verwaltungsgerichtshof in Kassel ihre Argumente vortragen und damit Gehör finden könne, um doch noch Verbesserungen aus Flörsheimer Sicht erreichen zu können. Gefahr drohe aus der per Urteil gekippten Südumfliegung, weil sich hieraus die Notwendigkeit ergeben könnte, dass mehr Abflüge über die Nordwestabflugrouten erfolgen müssten, was zusätzliche Belastungen für Flörsheim und seine Stadtteile mit sich brächte.

 

„Viel zu viele Flörsheimerinnen und Flörsheimer haben ihre Heimat bereits verlassen. Wir erhalten Rückmeldungen, dass die neue Wohnungen zwar ruhiger und die neuen Nachbarn nett seien - die meisten aber vermissen ihre Heimat und ihr bisheriges soziales Umfeld und sind trotz größerer Ruhe unglücklich“, weist GALF-Stadtverordnete Pia Traiser auf die Umstände der Wegzüge hin.

 

„Wir müssen weiter für unser Flörsheim, wie wir es lieb gewonnen haben, kämpfen. Bitte unterstützen Sie die Aktionen der Bürgerinitiative Flörsheim/Hochheim und des Vereins Für Flörsheim. Denken Sie darüber nach, Mitglied im Verein für Flörsheim zu werden - dies ist der Klageverein der Stadt und hat jede Unterstützung verdient“, wenden sich Mohr und Traiser an die Menschen in Flörsheim.

 

Die GALF werde auch ihre Kontakte zu Bündnis 90/Die Grünen auf Landesebene nutzen, um sich dort für Verbesserungen bei den Themen Fluglärm und Schadstoffbelastungen einzusetzen.g.

Zum Ausbau des Frankfurter Flughafens aus grüner Sicht

Podiumsdiskussion mit Tarek Al-Wazir (hessischer Wirtschaftsminister) und Frank Kaufmann (MdL), beide Bündnis90/Die Grünen am 05. Mai 2013 in Flörsheim zum Ausbau des Frankfurter Flughafens.
Präsentation Tarek Al_Wazir und Frank Ka[...]
Microsoft Power Point-Präsentation [7.3 MB]

11.10.2011

GALF begrüßt Verbot der Nachtflüge

VGH Kassel ordnet aufschiebende Wirkung der Klagen

von Fluglärmgegnern an

 

Hoch erfreut zeigt sich die GALF über den vorläufigen Stopp der Nachtflüge am Frankfurter Flughafen. Dies sei eine gute Entscheidung für die Region und ein Erfolg für alle Fluglärm- und Flughafenausbaugegner, die sich seit Jahren für ein striktes Nachtflugverbot einsetzen.

 

„Mit Beschlüssen vom 10. Oktober 2011 hat der 11. Senat des Hessischen Verwaltungsgerichtshofs die aufschiebende Wirkung der Klagen verschiedener Anwohner aus Rüsselsheim und Offenbach gegen den Planfeststellungsbeschluss des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung vom 18. Dezember 2007 insoweit angeordnet, als der Planfeststellungsbeschluss planmäßige Flüge in der Zeit von 23:00 Uhr bis 5:00 Uhr zulässt.“

 

So geschäftsmäßig liest sich der Beginn der Pressemitteilung des Verwaltungsgerichtshofs in Kassel zur Entscheidung, die Nachtflüge zunächst komplett zu stoppen. Für Sven Heß, den stellvertretenden GALF-Fraktionsvorsitzenden, ist dies eine wegweisende Entscheidung.

 

„Der VGH Kassel hat bereits 2009 festgestellt, dass die Zulassung der Flüge in der so genannten „Nachtkernzeit“ zwischen 23:00 Uhr und 5:00 Uhr wegen Verstoßes gegen das Abwägungsgebot fehlerhaft sei, den Planfeststellungsbeschluss insoweit aufgehoben und den Antragsgegner zur Neubescheidung im Wege der Planergänzung verpflichtet, und hält an dieser auf mehrere tragende Gründe gestützten Entscheidung fest. Die Landesregierung wollte sich hiermit jedoch nicht abfinden“, so Heß.

 

Nun habe der VGH im Eilverfahren entschieden, dass die durch den Nachtfluglärm abwägungserheblich betroffenen Antragsteller mit ihren Klagen in diesem Umfang Erfolg hätten. Ihr Aussetzungsinteresse überwiege infolge dessen das Interesse am Sofortvollzug dieser Regelungen des Planfeststellungsbeschlusses. Ein Rechtsmittel gegen diese Entscheidungen im Rahmen des vorläufigen Rechtsschutzes bestehe nicht.

 

„Wir hoffen für die Menschen in der Region um den Flughafen, dass diese im Eilverfahren getroffene Entscheidung auch darüber hinaus Bestand haben wird und die Menschen nach dem erneuten Flughafenausbau zumindest in der nächtlichen Kernzeit von 23.00 – 5.00 Uhr von Fluglärm verschont bleiben“, schließt Heß die Pressemitteilung der GALF.

04.01.2011

GALF bedauert Ablehnung der Verfassungsbeschwerde

Bundesverfassungsgericht nicht auf der Seite der Stadt Flörsheim

 

Mit Bedauern und großer Enttäuschung reagiert die GALF auf den Nichtannahmebeschluss des höchsten deutschen Gerichts in Sachen Flughafenausbau. Die Stadt Flörsheim am Main hatte sich gegen die Entscheidung des Hessischen Verwaltungsgerichtshofs Kassel (VGH) gewehrt, die Flörsheimer Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss zum Ausbau des Frankfurter Flughafens nicht mehr als Musterklage mit mündlicher Verhandlung zu verhandeln, sondern nur noch als nachlaufenden Beschluss zu entscheiden. Dies werde nach Ansicht der GALF den Bedürfnissen der lärmgeplagten Menschen in Flörsheim keinesfalls gerecht.

 

„Wir schließen uns der Argumentation unserer Anwälte an, dass das Bundesverfassungsgericht offenkundig nicht willens ist, sich mit den Einzelheiten der geltend gemachten Beschwerde und insbesondere mit den Grenzen der Aussetzung eines Musterverfahrens bei einem bundesweit bedeutsamen Infrastrukturprojekt näher auseinander zu setzen“, so die Fraktionsvorsitzende Renate Mohr. Sie vertritt auch die GALF in der städtischen Flughafenkommission.

 

„Es ist nach den politischen und juristischen Erfahrungen mit der Startbahn West letztlich nicht mehr überraschend, dass jetzt die vom Flughafenausbau am stärksten betroffene Kommune kein rechtliches Gehör findet – Leidtragende sind erneut die Menschen dieser Stadt, die sich über Jahre mit friedlichen politischen und juristischen Mitteln gegen den ihr Lebensumfeld stark belastenden Flughafenausbau zur Wehr gesetzt haben“, sieht der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Sven Heß die Entscheidung im Lichte in einer langen Tradition.

 

Mohr und Heß sehen nun die Notwendigkeit, weiter engagiert für ein absolutes Nachtflugverbot und angemessene Flugrouten zu kämpfen, um die Belastungen des Flughafenausbaus zumindest zu minimieren. Hierfür müssten die Stadt und ihre Menschen alle ihnen zur Verfügung stehenden politischen und juristischen Register ziehen.

Kontakt

Grüne Alternative Liste Flörsheim / GALF

Renate Mohr
Eisenbahnstr. 43
65439 Flörsheim am Main 

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